Amprion erhält Untersuchungsrahmen von der Bundesnetzagentur

16. Oktober 2018

Für die Suche nach dem raumverträglichsten Trassenkorridor für die Gleichstromverbindung A-Nord hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Untersuchungsrahmen für alle Planungsabschnitte festgelegt. Amprion muss demnach nahezu alle bisher betrachteten Korridore tiefer untersuchen. Damit bleiben in Ostfriesland, im Emsland und im Rheinland alle Varianten im Rennen. Für das Münsterland hatte Amprion bereits im März entschieden, zunächst alle identifizierten Varianten näher zu prüfen. Insgesamt hat die Bundesnetzagentur Amprion den maximalen Untersuchungsumfang mitgegeben. Neben den bestehenden Korridorvorschlägen sollen unter anderem eine neue Emsquerung bei Ditzum, neue Varianten auf Höhe der Samtgemeinde Lathen und im Bereich der Grafschaft Bentheim sowie verschiedene Querspangen im Münsterland und in der Region des Niederrheins entwickelt und geprüft werden.

Amprion hat sich auf der 300 Kilometer langen Strecke weitestgehend für die westlichen Korridore ausgesprochen. Die östlichen Varianten bringen aus Sicht des Übertragungsnetzbetreibers dagegen deutliche Nachteile mit sich. Die Bundesnetzagentur sieht das anders. Sie möchte, dass neben den neuen Varianten, auch der gesamte Osten des Korridornetzes geprüft wird. Damit gibt die Behörde dem Vorhabenträger Amprion für die weitere Bundesfachplanung den maximalen Untersuchungsumfang mit. „Wir sind von unserer Bewertung der Korridore weiterhin überzeugt. Wir werden nun schnell die geforderten Untersuchungen vornehmen, um so mögliche Verzögerungen für das Projekt gering zu halten“, sagt A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering.

Gute Gründe für die westlichen Varianten

Obwohl Amprion nun auch weitere Prüfungen für die östlichen Varianten vornehmen muss, bleibt das Planungsteam bei seiner ursprünglichen Einschätzung. „Wir sehen gute Gründe, dass am Ende eher Trassenkorridore im Westen unseres Untersuchungsraums mit der Nähe zu den Niederlanden zum Zuge kommen“, sagt Wewering. Nachdem die Bundesnetzagentur fast alle möglichen Korridore im Rennen gehalten hat, hofft der Projektleiter auf die Möglichkeit eines zeitnahen Ausschlusses von Varianten. „Wir gehen davon aus, dass die tiefer gehenden Prüfungen unsere bisherigen Vorschläge bestätigen, sodass wir die Anzahl der potenziell Betroffenen zügig verringern und uns auf die geeigneten Verläufe konzentrieren können.“

Ende März hatte Amprion den Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Die BNetzA ist die Genehmigungsbehörde für das 300 Kilometer lange Gleichstromvorhaben A-Nord. Der Antrag enthielt neben einem Vorschlagskorridor auch dazu in Frage kommende Alternativen. Ziel der Bundesfachplanung ist es, zunächst einen 1000 Meter breiten Korridor für die spätere Erdkabeltrasse zu finden. Die Untersuchungsrahmen, die von der BNetzA nun festgelegt wurden, geben vor, welche Segmente dafür in Frage kommen und somit in den nächsten Monaten noch einmal tiefer zu untersuchen sind.

Die vollständigen Untersuchungsrahmen finden Sie hier:

Abschnitt A

Abschnitt B

Abschnitt C

Abschnitt D