Amprion schliesst Jarssumer Hafen aus

15. August 2018

Bei der Auswahl des Konverterstandortes für die Gleichstromverbindung A-Nord hat Amprion den Jarßumer Hafen in Emden ausgeschlossen. Damit legt der Übertragungsnetzbetreiber den Fokus bei der Suche nach der geeignetsten Fläche nun auf den Osten der Stadt. Diese Entscheidung teilte Amprion heute dem Rat der Stadt Emden im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit. Grund des Ausschlusses sind die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Anbindungsleitung in das Hafengebiet.

Insgesamt 18 Erdkabel hätten vom Jarßumer Hafen hin- bzw. wegführen müssen. Sechs Kabel für die abgehende Gleichstromverbindung und zwölf Kabel für die Verbindung zwischen Konverter und Umspannanlage Emden-Ost. Ein ohnehin technisch sehr aufwändiges Bauwerk, das einiges an Platz gebraucht hätte. Doch der war laut Machbarkeitsstudie nicht in dem erforderlichen Maße gegeben: So hätten die begrenzten Platzverhältnisse, vor allem unterhalb des Schöpfwerks und des anschließenden Biotops, eine Realisierung nahezu unmöglich gemacht. Hinzu kam die schwierige Bodenbeschaffenheit vor Ort.

„Die innovative Idee, den Konverter im gewerblich vorgeprägten Bereich im Jarßumer Hafen anzusiedeln, war der richtige Gedanke. Allerdings stellt die Anbindungsleitung nach den vorliegenden Ergebnissen ein nicht hinnehmbares Umsetzungsrisiko dar“, begründet Projektleiter Klaus Wewering das Aus für den Hafenstandort. Der extrem hohe Aufwand und die vielen Unsicherheiten gaben den Ausschlag. Wewering: „Wir müssen als Übertragungsnetzbetreiber unserem Auftrag gerecht werden, wirtschaftlich effizient zu handeln. Das Projekt A-Nord ist zudem elementar wichtig für die Energiewende. Daher wollen und müssen wir es auch zeitgerecht umsetzen.“ Die Gleichstromverbindung soll im Jahr 2025 in Betrieb gehen.

Amprion setzt auf den Dialog mit den Landwirten

Nach dem Aus für den Hafen rücken nun die Flächen im Emder Hammrich in den Fokus für die weitere Standortsuche. Dabei soll möglichst eine Fläche gefunden werden, die auch bei der Landwirtschaft Akzeptanz findet. „Ziel muss es sein, dass die aktiven Landwirte in dem Bereich durch die Flächeninanspruchnahme des Konverters und die nötigen Ausgleichsmaßnahmen in Summe keine Flächen verlieren“, sagt Wewering.

Gemeinsam mit den Vertretern des Landvolks, betroffenen Flächeneigentümern und Pächtern soll in den kommenden Wochen ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, um den Anforderungen gerecht zu werden. Einen genauen Zuschnitt, in welchem Bereich des Hammrichs der Konverter stehen könnte, möchte Amprion spätestens im Herbst präsentieren.

Bestimmte Vorgaben gibt es aber auch auf dem freien Feld: Zu den bestehenden Windrädern muss ein Sicherheitsabstand eingehalten werden und auch an bestehende Hofstellen soll die Anlage nicht mehr als 200 Meter heranrücken. Wewering: „Diesen Abstand wollen wir mindestens gewährleisten, dafür gibt es ein einige denkbare Optionen, die wir nun mit den Eigentümern und den Vertretern der Stadt besprechen.“